Charles Rodolphe Brupbacher (1909 – 1987)

Charles Rodolphe Brupbacher wurde am 5. Februar 1909 in Zürich als Bürger von Wädenswil geboren. 

Sein Vater, C. J. Brupbacher, war Inhaber einer Privatbank. Die Mutter, geborene Französin, legte grossen Wert auf eine zweisprachige Erziehung des Sohnes. Dies erklärt auch seine lebenslange, enge Beziehung zu Frankreich, zu dessen Geschichte und Kultur und spiegelt sich auch in seiner dauernden und grosszügigen Unterstützung der Ecole française und der Alliance française in Zürich. Sein jahrzehntelanger Einsatz für die Anliegen der französischen Kultur wurde mehrfach durch die jeweiligen Staatspräsidenten geehrt:

1961 Präsident De Gaulle: Ernennung zum Chevalier de la Legion d'Honneur
1973 Präsident Pompidou: Ernennung zum Officier de la Legion d'Honneur
1979 Präsident Giscard d'Estaing: Ernennung zum Commandeur de l'Ordre National de Merite

Schon früh zeigte sich bei Charles Rodolphe Brupbacher eine ausgesprochene Sprachbegabung; er beherrschte fünf Sprachen fliessend. Als musikalisches Wunderkind mit dem absoluten Gehör widmete er sich der Interpretation klassischer Musik und bedauerte zeitlebens, dass er auf eine Ausbildung als Konzertpianist verzichten musste. Charles Rodolphe Brupbacher besuchte die Schulen in Zürich und Paris. Mit 18 Jahren musste er auf Verlangen seines Vaters die Ausbildung am Gymnasium in Zürich aufgeben und eine Banklehre absolvieren. Anschliessend besuchte er 1929, zunächst zum Zwecke der Ausbildung, später zur Information, immer wieder die Vereinigten Staaten sowie Lateinamerika und trat so in Beziehung zu grossen Persönlichkeiten in führender Stellung. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz gründete er, als damals jüngster Bankier, mit 24 Jahren die auf Vermögensverwaltung spezialisierte Bank «Affida» in Zürich. Sein Erfolg war in hohem Masse seinen Geschäftsprinzipien zu verdanken. Dazu gehörte der Aufbau eines Informationsnetzes, welches ihn mit den wichtigsten finanziellen und politischen Zentren verband. Von grosser Bedeutung waren dabei seine detaillierten Kenntnisse der internationalen Rechtsprechung, der Nationalökonomie und ganz speziell auch von Währungsfragen. Nach 40jähriger Tätigkeit hat er die Affidabank an die Schweizerische Kreditanstalt (Credit Suisse) verkauft. 

Auf Grund seiner umfassenden Kenntnisse wurde Charles Rodolphe Brupbacher 1938 von Prof E. Böhler in die Gruppe für Konjunkturbeobachtung der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) berufen. Als deren Mitglied nahm er auch an Besprechungen kriegswirtschaftlicher Probleme in Bern teil. Als anerkannter Fachmann in Währungsfragen wurde Charles Rodolphe Brupbacher nach dem Kriege als einziger Beobachter aus der Schweiz zu den internationalen Währungskonferenzen eingeladen. Seine persönlichen Beziehungen zu wichtigen Politikern in den USA erlaubten es ihm, durch jahrelange, zähe Verhandlungen grosse schweizerische Guthaben zu deblockieren. Auch bemühte sich Charles Rodolphe Brupbacher intensiv um die Probleme, welche sich bei dem Wiederaufbau der Montanindustrie zwischen Deutschland und den Alliierten entwickelt hatten. In diesem Zusammenhang wurde er von der französischen Regierung und der Regierung von Nordrhein-Westfalen zur Teilnahme an einem Treffen anlässlich der ersten Reise von General de Gaulle nach Deutschland eingeladen. 

Schon im Jahre 1963 hat Charles Rodolphe Brupbacher an der ETH eine Stiftung zur Unterstützung von Studierenden auf dem Gebiet der Sozialwissenschaften gegründet, die seither laufend Stipendien ausschüttet. Charles Rodolphe Brupbacher starb am 1. Januar 1987 und hinterliess seine Ehefrau Frédérique, die er 1953 geehelicht hatte.

Charles Rodolphe Brupbacher